8. Mai

Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
Blumen für die Opfer des Nationalsozialismus

In Niedersachsen finden sich, neben den großen zentralen Friedhöfen, auf vielen regionalen Friedhöfen die Gräber von Opfern des Nationalsozialismus.
Es handelt sich um Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kinder von Zwangsarbeiterinnen, Kriegsgefangene und um KZ-Häftlinge.
Häufig sind es einzelne Gräber, die sich an den äußeren Enden bzw. außerhalb des ehemaligen Friedhofsgeländes befanden. Heute befinden sie sich im inneren Bereichen der mittlerweile erweiterten Friedhöfe. Der Pflegezustand der Gräber ist sehr unterschiedlich, auch die Kennzeichnung.
Die Gräber von Opfern des Nationalsozialismus haben, wie deutsche Kriegstote, ein dauerhaftes Ruherecht nach dem Kriegsgräbergesetz und die Friedhofsträger erhalten ein geringfühgiges Entgelt für die Pflege der Gräber.
Es finden sich natürlich nur Gräber wieder, die nach der Befreiung in Gräberlisten aufgenommen und nicht in späteren Jahren gestrichen wurden, wie die Gräber von Kindern von Zwangsarbeiterinnen. Eine Nachforschung im Landkreis Stade anhand der Sterbebücher von einzelnen Gemeinden zeigt, dass etliche Opfer nie in die Kriegsgräberlisten aufgenommen wurden.

Die Datenlage über vorhandene Gräber von Opfern des Nationalsozialismus in Niedersachsen ist gut. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Niedersachsen hat eine Datenbank für alle Landkreise erstellt und die Gräber aufgeführt. Es wird dort unterschieden zwischen Toten des zweiten Weltkrieges (zivile deutsche Opfer und deutsche Soldaten) und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangene, Kinder von Zwangsarbeiterinnen, KZ-Häftlinge). Die Datenbank „Sowjetische Memoriale“ vom Museum Berlin-Karlshorst listet alle bekannten Gräber von sowjetischen Bürgern (Kriegsgefangenen, ZwangsarbeiterInnen und Kinder von Zwangsarbeiterinnen) auf. In beiden Datenbanken finden sich teilweise Fotos der Grabstätten. Sollten sie nicht vorhanden seien, könnten sie bitte an die Datenbanken übermittelt werden. Der ITS-Arolsen hat auf seiner Homepage eine Datenbank Grabermittlung/Friedhofspläne. Es finden sich in dieser Datenbank die genauen Grabplätze, wie sie 1949/50 vorhanden waren.

Blumen können auf die Gräber gelegt oder auch in mitgebrachte Grabvasen gestellt werden. Im Landkreis Stade ruft seit 2015 eine Personeninitiative dazu auf, am 8. Mai Blumen an den Gräbern niederzulegen.

Zusammenstellung: Michael Quelle                        Stade, den 27.04.2017

Datenbanken:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Niedersachsen
Sowjetische Memoriale
ITS-Arolsen

Friedhof Gräpel

Friedhof Fredenbeck

Friedhof Schwinge

Friedhof Stade-Campe